Integration: Fördern und Fordern als Grundprinzip

Allgemein

In unserer Gemeinde leben zurzeit ca. 100 Flüchtlinge, die ehrenamtlich von etwa 20 Helferinnen und Helfern, zu denen ich auch gehöre,  unterstützt werden. Das sind überschaubare Dimensionen, sodass man einander gut kennt und weiß, was zu tun ist.

Das neue Integrationsgesetz, das im Mai 2016 von der Bundesregierung auf Betreiben der SPD-Fraktion auf den Weg gebracht wurde und inzwischen in Kraft getreten ist, spiegelt meine Erfahrungen und die vieler Integrationshelfer auf lokaler Ebene recht genau und umfassend wider. Welche Ziele haben wir im Blick, was wollen wir mit Integration erreichen und wie kann uns das gelingen, fragen wir uns fast täglich als Integrationshelfer.

Dabei erleben wir, wie sich unsere Antworten darauf wandeln und erweitern. Am Anfang galt es, einen guten Kontakt aufzubauen (Willkommenskultur) und den Flüchtlingen bei ihren alltäglichen Problemen zu helfen, wie sie jeder hat, der mittellos und ohne Kenntnis unserer Sprache und Gesellschaft in unserer Gemeinde ankommt: den Haushalt zu führen, mit Behörden zu kommunizieren, Konto einzurichten, Arztbesuche zu organisieren und die wichtigsten Brocken Deutsch zu erlernen. Für die Grundsicherung wie Wohnung, Kleidung und Ernährung war und ist staatlich angemessen gesorgt und wir Helfer konnten mit Zeit, Geduld und Zuwendung den Flüchtlingen geben, was sie in den ersten Wochen darüber hinaus brauchten.

Inzwischen haben viele unserer Flüchtlinge, vor allem die syrischen Familien mit zwei bis fünf Kindern, berechtigte Hoffnung oder schon Gewissheit, in Deutschland auf lange Zeit und unbefristet bleiben zu können. Diese Flüchtlinge müssen nun viel schneller und intensiver, als es bisher mangels entsprechender Regelungen möglich war, fit gemacht werden für ein eigenverantwortliches und mit unseren Werten konformes Leben in unserer Gesellschaft.

Dem standen bisher eine Reihe bürokratischer Hürden und finanzielle und personelle Engpässe im Wege, an denen wir als Integrationshelfer häufig scheiterten, wenn wir versuchten, mit den und für die Flüchtlinge eine Perspektive zu entwickeln. Das neue Integrationsgesetz trägt hier zu einer erheblichen Verbesserung bei und die SPD verspricht, noch mehr als bisher auf die Bevölkerung und Integrationshelfer zu hören für weitere Verbesserungen.

Gut ist jedenfalls schon: Die Kinder und Jugendlichen werden nun ausnahmslos und schnell in Kindergärten und Schulen ihren Platz bekommen und sprachlich besonders gefördert werden. Für die erwachsenen Flüchtlinge gibt das neue Integrationsgesetz ein Signal, das Sigmar Gabriel treffend so formuliert: „Wenn du dich reinhängst, dann wird hier was aus dir“. Mehr und früher greifende Angebote von Sprach- und Integrationskursen, mit mehr Raum für die Vermittlung unserer Werte. Dazu Maßnahmen zur schnellen Heranführung an den Arbeitsmarkt, verbunden mit der Pflicht zum Mitmachen: Das fördert und fordert in einer Weise die Integration, wie wir sie als Integrationshelfer schon lange als notwendig erkannt haben. Wir haben in unserer Gemeinde fast 40 minderjährige Flüchtlinge, eine große Chance für die Zukunft unserer Gemeinde, die wir gemeinsam und mit Elan ergreifen sollten.

Michael Rettberg

 
 

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